Musik im Mondlicht

Bald ist es soweit: Die Hanke Brothers stehen während der Biennale wieder auf der Bühne. Bereits von Geburt an waren die vier Brüder Fabian, Jonathan, Lukas und David durch ihre Eltern eng mit der Musik verbunden. Jeder spielt ein anderes Instrument - Tuba, Klavier, Bratsche und Blockflöte sind dabei.

Ihre Premiere als Hanke Brothers feierten sie 2015 bei der Biennale, womit alles losging. Früher hätten sie nie daran gedacht, dass sie einmal ihr eigenes Ensemble gründen würden, doch dafür finden sie es jetzt umso schöner, eines zu sein. Da die Ensemblemitglieder durch ihr Studium verstreut sind, trifft man sich natürlich auch am Leichtesten, wenn man zusammen Konzerte spielt. Sie alle haben Freude und Spaß am gemeinsamen Musizieren und wollen dies mit ihrem Publikum teilen.

Schauen wir uns die vier Brüder einmal genauer an: Fabian, der Jüngste, begann schon mit viereinhalb Jahren mit dem Geigenunterricht bei seiner Mutter. Später entdeckte er dann die Tuba für sich: „Im Herzen war ich schon immer ein Blechbläser. Mit der Tuba habe ich einen mächtigen Klang, ein edles, schweres Instrument. Tiefer kann keiner.“, sagt der Schüler, der schon in seinen jungen Jahren in vielen Ländern auf Tournee war. Für ihn ist Musik Leben und Erleben.

Jonathan, eines der „Sandwichkinder“, begann wie die beiden Älteren im Alter von fünf Jahren mit der Musik. Sein Instrument war schon immer das Klavier, weil man damit „geile Akkorde und Harmonien“ erklingen lassen kann. „Es geht eigentlich alles – Melodien genauso wie pulsierender Rhythmus und Groove.“ Schon früh experimentierte und bearbeitete er Stücke – womit er Erfahrungen für seine ersten Kompositionen sammelte. Durchschnittlich braucht er pro Notenzeile 20-30 Minuten. „Oft gibt es so etwas wie Geistesblitze, je nach Form des Werkes muss man aber schon auch mal länger an der Umsetzung einer Idee arbeiten“, erklärt er dazu. Über die Musik selber sagt er, dass sie der Schlüssel zum Leben sei: „Einfach Energie pur.“

Lukas spielte erst viele Jahre lang Geige, bis bei einem Quartett ein Bratschist fehlte – wer hätte ahnen können, dass er durch diesen Zufall sein zukünftiges Instrument entdecken würde. So stellte er fest, dass die Bratsche als tiefklingendes Instrument viel besser zu ihm passt und gleichzeitig ja viel praktischer ist als ein Cello. Sein Motto: „Egal wer du bist und woher du kommst, in der Musik findet man zusammen“.

David ist der Älteste der vier und spielt das vermeintliche Anfängerinstrument schlechthin: die Blockflöte. An ihr fasziniert ihn, dass es mit über 60 verschiedenen Blockflötenarten eine große Klangvielfalt gibt. „Gleichzeitig sind immer noch viele Menschen überrascht, welcher Sound in den Blockflöten wirklich steckt.“ Für ihn ist Musik Kommunikation, denn mit und durch Musik, aber auch innerhalb der Musik finden vielfältigste Formen und Wege des Austauschs statt.

 

Doch sind die Brüder nun eine Einheit? Und wie! Nicht nur durch Familienzusammenhalt, sondern auch durch ihre musikalischen und persönlichen Erlebnisse bilden sie ein super Team. Denn trotz ihrer verschiedenen Instrumente sind sie sich einig: Ihr Lieblingsinstrument ist die Musik selber, denn sie schafft Emotionen, Farben und Zauber. Die Hanke Brothers lassen sich von allem Möglichen inspirieren, besonders durch die bunte Vielfalt an Menschen und Kulturen, denen sie begegnen. Diese Eindrücke fließen in ihre Stücke ein und verleihen ihren Programmen viele Facetten: „Musik ist natürlich ein Top-Mittel der Begegnung und Kommunikation. Nach Konzerten kommen oft Menschen auf uns zu und fragen nach, vor allem, wenn sie eine Melodie aus ihrem Land wiedererkannt haben.“

Auf die Frage hin, mit wem sie gerne einmal auftreten würden, antworten sie ganz einfach: „Ach, da sind wir ganz offen. Es gibt so unglaublich viele tolle MusikerInnen und Ensembles.“ Oben auf der Liste stehen aber sicherlich Aleksey Igudesman sowie The improvising Symphonyorchestra - Stegreif.

Gemeinsam haben die Brüder in der Zukunft noch viel vor: „Man kann gespannt sein“, sagen sie im Hinblick auf weitere Konzerte und Auftritte. Sie planen gerade an ihrem „Big Broject“ mit eigens für sie komponierten Werken von Aleksey Igudesman, Juri de Marco, Stephan Boehme und natürlich auch von Jonathan. Erste Kostproben davon wird es auf der Biennale 2017 geben: „Also seid dabei und erlebt es mit“, sagen sie zum Schluss. Ganz unsere Meinung!

Weitere Informationen findet man auch auf ihrer Website: www.hankebrothers.de

Text: Marie Fritsche; Video: Marc Hugger; Bilder: privat