2. Ort: Kreuzgang

Vier gibt es bereits, ein fünfter soll im Biennale-Sommer dazu kommen: Die Poetischen Orte in Sindelfingen erinnern an längst vergessene Zeiten und die Menschen, die damals gelebt haben. Individuelle Kunstwerke machen auf die besonderen Orte aufmerksam.

Leben und Tod in Stift und Stadt

Einer davon ist der ehemalige Kreuzgang auf der Nordseite der Stiftskirche Sankt Martin. Dort liegen, wie auch in der Kirche selbst, eine Vielzahl hochstehender, meist adliger Persönlichkeiten begraben. Darunter auch der sehr jung gestorbene Sohn des Sindelfinger Stadtgründers Rudolf, des Pfalzgrafen von Tübingen. Große Umwälzungen wie die Reformation mit der Auflösung und Niederlegung des Stifts, sowie bauliche Umgestaltungen des letzten Jahrhunderts gingen über die Verstorbenen und ihre Schicksale hinweg. Der Künstler Joachim Kupke hat sich dieses Themas angenommen: Zwei in den Boden eingelassene schwarze Platten mit Spiegeln erinnern den Betrachter an die eigene Vergänglichkeit, wie auch die Tafel mit dem Text in goldener Spiegelschrift „Rätsel des verständlich Schönen“, der den Betrachter mit seiner Verdrehung, aber auch mit der Widersprüchlichkeit der Begriffe „verständlich“ und „Rätsel“ verunsichert.

Im Rahmen der Biennale werden die Poetischen Orte mit Szenen, Gesprächen, Vorträgen, Bildern und Musik wieder zum Leben erweckt. Tauchen Sie ein in längst vergangene Zeiten und lassen Sie sich faszinieren!