3. Ort: Magische Formeln in der Abtgasse

Vier gibt es bereits, ein fünfter soll im Biennale-Sommer dazu kommen: Die Poetischen Orte in Sindelfingen erinnern an längst vergessene Zeiten und die Menschen, die damals gelebt haben. Individuelle Kunstwerke machen auf die besonderen Orte aufmerksam.

Magie und Sinnsuche

Einer davon ist die Abtgasse: In einem uralten Sindelfinger Fachwerkhaus fand sich ein Heft mit unzähligen magischen Formeln, darunter auch die zwei Jahrtausende alte „Sator-Arepo-Formel“. Sie alle sollten helfen gegen die vielen Gefährdungen in den alten Fachwerkhäusern – und so erzählen sie von einer Zeit, in der den meisten Menschen klar war: Hinter unserer Realität gibt es noch eine andere Wirklichkeit. Verblüffenderweise sprechen davon aber auch heutige Naturwissenschaftler wieder. Viele mathematische Algorithmen, die zum Beispiel Börsenaktivitäten steuern, scheinen auch eher magischen als wissenschaftlichen Charakter zu haben. Die Holzbildhauerin Heike Endemann hat mit ihrer drehbaren Helix-Skulptur, die an die gewundene DNA-Struktur erinnert, und mit einer Vielzahl magischer Formeln, die aus dem erwähnten Heftchen stammen, dieses Thema aufgegriffen. Das Kunstwerk ist bewusst in die enge Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern gestellt, greift mit den wissenschaftlichen Formeln in der Höhe dieser Stele aber in unsere heutige Welt aus.

Im Rahmen der Biennale werden die Poetischen Orte mit Szenen, Gesprächen, Vorträgen, Bildern und Musik wieder zum Leben erweckt. Tauchen Sie ein in längst vergangene Zeiten und lassen Sie sich faszinieren!