4. Ort: Armesünderfriedhof

Vier gibt es bereits, ein fünfter soll im Biennale-Sommer dazu kommen: Die Poetischen Orte in Sindelfingen erinnern an längst vergessene Zeiten und die Menschen, die damals gelebt haben. Individuelle Kunstwerke machen auf die besonderen Orte aufmerksam.

Strafen und Menschenbilder

Einer davon ist der Armesünderfriedhof am Klostersee: Die alten Mauern nahe dem Klostersee weisen uns auf einen vergessenen Ort und eine vergangene Welt hin. Hier wurden die Mörder, die Selbstmörder, die Ungetauften verscharrt, nicht begraben – also der ewigen Verdammnis überlassen. Immer wieder lässt uns die Grausamkeit dieser Zeit, auch Kindern gegenüber, erschauern. Welches Weltbild stand hinter diesen alltäglichen Entscheidungen? Erfasst uns Heutige Nachdenklichkeit an diesem Ort? Den Anstoß, hier über Toleranz und Gerechtigkeit nachzusinnen, will ein gläsernes Kunstwerk des Künstlers Fritz Mühlenbeck geben, das sich mit diesen Fragen auseinandersetzt, die heutzutage wieder sehr aktuell sind. Das Material Glas symbolisiert hier die Brüchigkeit unserer Werte. Dass aber das kräftige Blau, das Symbol der Reinheit und der Auferstehung, zur etwas größeren Stele gehört, verweist auf eine noch nicht völlig zerbrochene Hoffnung. Die Stelen werden nachts beleuchtet.

Im Rahmen der Biennale werden die Poetischen Orte mit Szenen, Gesprächen, Vorträgen, Bildern und Musik wieder zum Leben erweckt. Tauchen Sie ein in längst vergangene Zeiten und lassen Sie sich faszinieren!