5. Ort: Bauerngarten

Vier gibt es bereits, ein fünfter soll im Biennale-Sommer dazu kommen: Die Poetischen Orte in Sindelfingen erinnern an längst vergessene Zeiten und die Menschen, die damals gelebt haben. Individuelle Kunstwerke machen auf die besonderen Orte aufmerksam.

Naturwelten und ihre Kraft

Als vorerst letzter Poetischer Ort wird der Bauerngarten diesen Sommer eingeweiht: Er ist schon auf dem frühen Plan Sindelfingens von 1830 gut zu erkennen. Im kleinen, sehr engen Städtchen Sindelfingen hat es nicht viele solcher Bauerngärten gegeben, weil in den allermeisten Fällen der Platz für einen solchen Garten nicht vorhanden war und weil der klassische Bauerngarten nicht nur intensiv genutzter Nutzgarten gewesen ist, sondern durchaus auch Ziergarten gewesen ist; zeitweise galt dieser Teil dann als "verschenkter Platz". Eigentlich aber war der Gartern der Stolz jeder Bäuerin mit seiner überquellenden Gemüse- und Blumenfülle, auch den Heilkräutern, die von Buchsbaum eingefasst wurden, der Blitze, Krankheiten und Hexen abwehren sollte. Damit eingefasst waren auch die sich kreuzenden Wege, die den Garten in vier gleichgroße Teile zerschnitten. Diese Kreuzform im Garten, geradezu das "Rückgrat" des Gartens, war dann durchaus auch religiös gedeutet: Das Kreuz christlich gedeutet als Heilszentrum, die vier abgehenden Wegarme als die vier Flüsse zum Garten Eden.

Welches Kunstwerk im Bauerngarten platziert wird, finden Sie bei der Einweihung des Ortes heraus. Im Rahmen der Biennale werden die Poetischen Orte außerdem mit Szenen, Gesprächen, Vorträgen, Bildern und Musik wieder zum Leben erweckt. Tauchen Sie ein in längst vergangene Zeiten und lassen Sie sich faszinieren!